Zu viel grün-weißes Gelaber

Schiedsrichter lässt ewig nachspielen

Greven. Champions League-Zuschauer kommen ganz gelegentlich in den Genuss einer dritten Halbzeit, wenn die Schiedsrichter fünf oder sechs Minuten nachspielen lassen. Der Unparteiische Hartmut Boosmann (SV Ems Westbevern) war auf dem besten Wege einen Nachspielzeit-Rekord ohne vorherige Spielunterbrechung aufzustellen. Vielleicht hatte er aber auch das Gefühl, dass im Topspiel der Kreisliga B 1 zwischen Gastgeber SC Greven 09 II (Tabellenvierter) und GW Marathon Münster (Dritter) keine Mannschaft ohne Punktgewinn bleiben sollte, denn die 22 Akteure lieferten ein B-Liga-Spektakel ab – mit allem, was dazugehört.

Tatsache ist, dass der Schiedsrichter erst in der 97. Minute zur Pfeife griff. Er erkannte damit den Grevener Treffer zum 3:3 (1:1)-Endstand im Verfolgerduell an, um dann endlich die Akteure in die Kabine zu entlassen. Tatsächlich hätten beide Mannschaften für den Fight drei Punkte verdient gehabt, aber während Grevens Trainer Dennis Lammers („Es war das beste Spiel, das ich in dieser Saison bisher gesehen habe“) sich natürlich über den Punkt freute, trübte bei Marathons Coach Antony-Francis Mc Danny nach dem spät erzielten 3:2-Führungstreffer (Elfmeter durch Rashid Hassanzadeh Ashrafi in der 86. Minute) und extrem spät verlorenen zwei Punkte die Laune.

Zunächst begann alles sehr gemächlich. Beide Teams zeigte B-Liga-Fußball at its best. Greven geht durch Thomas Brüning (20.) in Front. Marathon gleicht – man ist geneigt zu sagen „natürlich“ durch Rashid Hassanzadeh-Ashrafi (25.) aus. Weiter geht es mit offenem Visier, allerdings fallen bis zum regulären Halbzeitpfiff keine Treffer mehr.

Nach dem Seitenwechsel gelingt Nullneuner Mario Töller (55.) der glückliche erneute Führungstreffer. Der Ausnahmestürmer Rashid Hassanzadeh Ashrafi zeigte in der 60. Minute erneut, dass er, trotz fortgeschrittenen Kickeralters, einer der akrobatischten Kicker in der Kreisliga ist. Zum zweiten Mal in der Saison erzielte der Goalgetter mit einem Fallrückzieher in einer schwierigen Spielsituation ein Tor – 2:2.

Marathons Torfabrik: Rashid Hassanzadeh-Ashrafi erzielte bei den Nullneunern seine Ligatreffer 19 bis 21 im elften Saisonspiel.
Marathons Torfabrik: Rashid Hassanzadeh-Ashrafi erzielte bei den Nullneunern seine Ligatreffer 19 bis 21 im elften Saisonspiel.

Die offizielle Spielzeit neigte sich dem Ende zu, als Boosmann nachvollziehbar, wenn auch nicht ganz klar, ob wegen Foul- oder Handspiel, auf den Punkt im Grevener Strafraum zeigte. Rashid Hassanzadeh Ashrafi, dem ungefähr zu gleichen Spielzeit eine Woche zuvor im Heimspiel gegen Spitzenreiter Fortuna Schapdetten (0:1) beim Strafstoß die Nerven einen Streich spielten, was Marathon einen Zähler kostete, haute in Greven den Ball cool in die Maschen.

Knapp vier Minuten reguläre Spielzeit noch und zusätzliche vier Minuten zeigte der Schiedsrichter an. Marathon wehrt sich mit vielen Mitteln, um die Punkte zu behalten. Es bringt aber nur zwei Gelbe Karten ein. Als die Spieler eigentlich schon unter der Dusche stehen sollten, erzielte der eingewechselte Grevener Timo Aymans (97.) den Ausgleich.

Für GW Marathon ein Treffer zu Unzeit, der sie im Aufstiegsrennen aber nicht weiter zurückwirft, da zeitgleich, aber sicherlich früher beendet als in Greven, der SC Münster 08 III in Schapdetten 3:1 gewann. Für die Fortuna, ohne die beiden bei Marathon vom Platz geflogenen Akteure, kassiert den ersten und dann gleich dreifachen Punktverlust der Spielzeit.

Das Fazit aus Marathon-Sicht: Mit weniger grün-weißem Gelaber auf dem Platz, könnten die Uppenberger jetzt an der Tabellenspitze stehen. Im Spiel gegen Fortuna Schapdetten waren sie die spielerisch klar bessere Mannschaft, die den Sieg verdient gehabt hätte, und in Greven hatten sie die Punkte eigentlich schon im Sack.

Marathon: Ali Omidpour – Husein El-Lababidi,  Simon Slaba, Maximilian Aaelken, Michael Voinov – Antony-Francis Mc Danny, Mohamend Osman Ali, Ali Fayad – Ali Khechen, Rashid Hassanzadeh Ashrafi, Nima Bagherpour (eingewechselt: Milan Schneider, Hamza Kaya, Sawah Wallijy). – Tor: 1:0 Thomas Brüning (20.), 1:1, Rashid Hassanzadeh Ashrafi (25.), 2:1 Mario Töller (55.), 2:2, 2:3 Rashid Hassanzadeh Ashrafi (60., 86. / FE), 3:3 Timo Aymans (97.).

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